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Glück auf! – 18. QFF-Treffen auf Schalke

Andersrum auf Schalke, der 2010 gegründete Fanclub des FC Gelsenkirchen-Schalke 04, war Gastgeber des 18. Treffens der Queer Football Fanclubs. Mitten im Ruhrpott – dem historischen Zentrum der deutschen Kohle- und Stahlindustrie- liegt Gelsenkirchen. Gut 200‘000 Einwohner, an der Achse von Duisburg nach Dortmund gelegen, spürt man den Strukturwandel nach dem Ende der Kohleförderung. Mit einer charmanten Führung auf der ehemaligen Zeche „Consolidation“ beginnt am Freitag das Programm, zu dem Marcel und Carsten aus Zürich angereist sind. Zum Get together luden die blau-weissen Knappen ins «Charly’s Schalker», einer Club-Kneipe direkt bei der Geschäftsstelle auf dem beeindruckend grossen Vereinsareal.

Der Samstag beginnt mit einem kleinen Fussmarsch ums Stadion bis zum richtigen Treppenaufgang. Für Schweizer sind solche Mega-Arenen immer wieder eine «Herausforderung». Mehr Messezentrum als Stadion… Auf der Tausend-Freunde-Mauer vor der Arena findet sich eine zentral platzierte und überraschend selbstkritische Würdigung der Vereinspolitik während der Nazi-Diktatur.

111 Teilnehmende aus 21 Mitgliedsorganisationen starteten am Samstag ins umfangreiche Tagungsprogramm. Gleich drei parallel geführte Workshops standen zur Wahl: Aktionen, Kreativ-Workshop und neue Satzung. Während beim ersten Workshop ein starker Fokus auf die internationale Kampagnenarbeit gelegt wurde, ging es im Kreativ-Teil vor allem um Werbe- und Merchandising-Material. Nachdem in Zürich die Zeit zu knapp war, musste die umfangreiche Satzungsrevision jetzt auf Schalke zum Ende gebracht werden. Bestens vorbereitet von Stefan aus Frankfurt verfügen die QFF jetzt wieder über zeitgemässe Statuten.

Schon am Freitagabend wurde über die Reaktion der FIFA auf unsere Resolution anlässlich des Treffens in Zürich diskutiert. QFF hat sich darin vor allem kritisch zur WM-Vergabe nach Katar und Russland geäussert. Würde die FIFA ihre eigenen Ethikrichtlinien ernst nehmen, dürften in Ländern mit derart eklatanten Menschenrechtsverletzungen keine internationalen Fussball-Wettbewerbe stattfinden. «Hier dürfen wir nicht nachlassen, hier sollten wir mit Wadenbeisser-Mentalität am Ball bleiben und zeitnah auch den nächsten Schritt gehen», so unter anderem Sven Kister vom amtierenden Sprecherrat.

Vor dem Mittagessen stand die obligate Stadionführung an. Bemerkenswert natürlich das Banner gegen Rassismus und Homophobie im Stadiondach. Es zeigt eindrücklich, was die Kollegen und Kolleginnen von «Andersrum auf Schalke» in ihrem Verein schon erreicht haben.

Mit den Grussworten des Gelsenkirchenener Oberbürgermeisters Frank Baranowski, des «Schalke hilft»-Geschäftsführers Sebastian Buntkirchen sowie des Fanbeauftragten Thomas Kirschner starteten wir in den Nachmittag.

Mit viel Wehmut und ein paar Tränen wurde Patrick Maas von seinem Amt als Kassier verabschiedet. Seit Gründung der QFF vor 9 Jahren übte er dieses Amt zuverlässig und mit der nötigen Gelassenheit aus. Danke lieber Patrick! Unser neuer Kassier ist Michael Voit von «Andersrum auf Schalke», der das Amt nahtlos übernehmen wird.

Mit Berichten über die schwierige Entwicklung in Den Hag bei den Roze Regahs, über die Aktion #tacklehomophobia aus Norwegen, die European Gay & Lesbian Sport Federation sowie über die Aktion «Just A Ball Game?» aus Grossbritanien ergab sich ein breites Bild von beachtenswerten Initiativen in ganz Europa. Links zu disen Organisationen und Initiativen findet ihr auch in der Rubrik «Netzwerk».

Zum Abschluss der Konferenz gab es einen Ausblick auf das 19. QFF-Treffen. Dieses findet vom 5. bis 9. Oktober 2016 in Berlin statt und wird von «Fussballfans gegen Homophobie» organisiert. Wir freuen uns schon jetzt und üben auch als Schweizer: «Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!»

Somit bleibt uns jetzt nur noch ein herzliches und dickes blau-weisses Dankeschön an die sympathische und zuverlässige Truppe von «Andersrum auf Schalke». Ihr habt ein tolles und äusserst erfolgreiches QFF-Treffen organisiert! Glück auf aus Zürich!

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